Mittwoch, 13. Februar 2008
Entdecken…
Dienstag machte ich mich auf, alleine die Stadt zu entdecken. Ich hatte früh Schulschluss, sodass ich beim Mittagessen meine Gastmutter nach einem Stadtplan fragte. Sie drückte mir gleich einen ganzen Stapel Bücher und Karten über Fribourg und die Schweiz in die Hände. Sie hatte mich aber schon richtig verstanden, denn in diesem Stapel befand sich auch ein Stadtplan mit Busfahrplan.

Ich packte also meine Sachen, unter anderem Stroopwafels (diese leckeren Waffeln mit Karamellfüllung), die wie so vieles zu meinem nicht verzehrten Proviant für die Anfahrt gehören.
Eine Karte für den Bus musste ich zum Glück nicht kaufen, ich besitze nämlich inzwischen eine Monatsfahrkarte. Um diesen SwissPass zu bekommen, musste ich jedoch zuvor schreckliche Fotos im Passbildautomaten in Fribourg machen. Das Bild ist schlimmer als das in meinem Schülerausweis.



Schliesslich sass ich im Bus und fuhr in die Altstadt. Diese ist wirklich sehr schön. Die Sonne schien mir ins Gesicht, als ich die Saane entlang schlenderte und den Kopf nach den steilen Felswänden am anderen Ufer reckte. Schönstes Wetter begleitete mich, als ich le Pont de Berne überquerte und über le Pont de Zähringen wieder in das Zentrum des Vieilles Ville gelangte. Anschliessend führte mich die Strasse zur Cathédrale St-Nicolas, die im gotischen Baustil errichtet wurde und von buntem Licht erfüllt war, welches durch die farbigen Fenster strahlte.



Es folgte die Rue de Lausanne, die reinste Versuchung. Viele kleine Läden, in denen man viele kleine Dinge kaufen kann. Hier ein Weltladen, da Terre des Hommes, dort Geschenke, gegenüber WWF, wo ich endlich Briefpapier fand. Dieses hatte ich in keinem Laden, den ich zuvor besucht hatte, gefunden. Ich hatte natürlich nicht den richtigen Ausdruck benutzt (papier à lettres, wie ich inzwischen weiss), aber gesehen habe ich auch nirgends etwas. Vielleicht ist Briefe schreiben einfach out…
Danach zwang ich mich, eine Haltestelle aufzusuchen und nach Hause zu fahren, bevor ich noch mehr Geld ausgeben konnte.
Apropos Geld: Meine Familie sagt, dass die Schweiz aufgrund des teuren Euros billiger ist. Ein Beispiel, das sie nannten: Einst fuhren die Schweizer zum Einkaufen nach Frankreich, heute ist es andersherum. Soweit ich das beurteilen kann, sind die Preise hier wie in Deutschland. Allerdings habe ich bisher noch keine Dinge des täglichen Bedarfs gekauft, weshalb meine Angaben sich nur auf Briefpapier und Kleinkram beziehen.

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Francais partout
Mich umgibt ein Gewirr aus französischen Gesprächen, Diskussionen, Fragen und Antworten.
Ich muss mir Mühe geben, um dieses Chaos zu ordnen und zu verstehen. Aber ich lerne dazu, im Laufe des Tages wird es immer besser. Bis ich am Abend müde vom ständigen übersetzen bin. Dann lege ich mich früh ins Bett, schlafe gut und fange am nächsten Morgen von Neuem an.
Nächste Schwierigkeitsstufe: Sprechen. In der Familie und mit Déborah geht es inzwischen ganz gut. Fällt mir ein Wort nicht ein, sage ich es auf Deutsch, meistens wissen sie dann, was ich meine. In der Schule ist es schon schwieriger. Die bisher am häufigsten auftretende Situation war mich selbst vorzustellen. Doch auch das wurde von Mal zu Mal besser.
Fehlt nur noch etwas, um die Freizeit auszufüllen. Morgen habe ich das erste Mal Sport auf Französisch. Dort kann ich dann mal schauen, wie sich „Gymnastique“ anfühlt.

Das ist übrigens der Ausblick vom Balkon vor meinem Zimmer.

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