Freitag, 7. März 2008
Abschluss
Auch an meinem letzten Wochenende in Fribourg erlebte ich noch einiges. Ich aß echtes Käsefondue in Gruyère, welches mit ordentlich Weißwein versetzt worden war. Doch ich gewöhnte mich an den Geschmack und beendete das Mahl mit prallgefülltem Magen. Gut gestärkt begaben wir uns auf einen kleinen Verdauungsgang durch die uralten Gassen und um die Burg herum.
Mein persönliches Highlight folgte jedoch erst noch: Ausreiten. Der Hof lag in der Nähe von Gruyère, sodass wir zu Fuß dorthin gehen konnten. Aufgrund des einsetzenden Regens zogen wir aber bald das Auto vor.
Endlich angekommen bekamen wir dem Wetter angemessene Mäntel gereicht und bestiegen gleich unsere Pferde. Das Wetter war gnädig zu uns und beließ es bei grauem Himmel, als wir über Straßen und durch Wald ritten. Etwas ungewohnt war das Schaukeln erst, aber ich fand schnell den Rhythmus. Zwischendurch wurde das Tempo erhöht, doch auch hier gelang mir bald das gleichmäßige Leichttraben. Auch im Galopp hielt ich mich auf dem Pferd, auch wenn der Schwierigkeitsgrad hier anstieg. Es ist eben schon einige Zeit her, dass ich das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde suchte. Eigentlich schade, denn für mich bedeutet es wirklich Glück mit einem Pferd die Gegend zu durchstreifen. Leider verhindern Alltag und Umgebung, ein solches Vergnügen öfter genießen zu können.



Am nächsten Tag ging es gleich am Morgen ein kleines Stück (im Vergleich zum Ganzen) Richtung Heimat. 1 ½ Stunden Zugfahrt nach Basel um dort noch ein wenig durch die Stadt zu schlendern und die Behausungen Einheimischer besuchen. So trafen wir nach einer Bootsfahrt über den Rhein in der Wohnung – Achtung! – der Schwester meiner Gastmutter ein, sozusagen meine Gasttante. Klein aber fein beschreibt die Zimmer wohl ganz gut, hübscher Altbau mit knartschenden Dielen.
Nach zwei Tassen Tee brachen wir wieder auf und ich besuchte jemand gänzlich Unbekanntes.



Am Morgen hatten wir bereits telefoniert, ich musste ihr erklären, wer ich war, doch bald konnte sie mich zuordnen. Nach der Wegbeschreibung und der Nummer der Tram folgte die Personenbeschreibung: „Ich sehe aus wie deine Oma.“ Das meinte sie wirklich ernst, denn: „Sie“ war die Schwester meiner Oma, die ich vorher nur mal flüchtig bei Besuchen in Deutschland gesehen hatte. Doch als ich aus der Tram ausstieg, wusste ich sofort, wer sie war.
In ihrer Wohnung angekommen erfuhr ich eine herzliche Umarmung von ihrem Mann, der sichtlich erfreut war, mich zu sehen. Nur eine Stunde hatten wir Zeit um Tee zu trinken, - mal wieder – Kuchen zu essen und natürlich viel zu reden. Dieser, wenn auch kurze Besuch, hatte sich wirklich gelohnt, auch meinen Gastgebern hat es Freude bereitet.
Doch schon stand ich am Bahnhof, wuchtete meinen scheinbar tonnenschweren Koffer in den Zug und verabschiedete ich mich von meiner Großtante und der Schweiz.
Nach drei Wochen konnte ich wieder auf Deutsch etwas kaufen und mit Euro bezahlen. Der dadurch erworbene Kakao erwies sich jedoch aufgrund fehlenden Deckels als tückisch, da selbst ein ICE nicht nur auf den Schienen gleitet. So bekam auch meine Hand ein bisschen heiße Schokolade ab, doch als ich endlich wieder saß, hatte ich noch immer ein paar Schlücke zum Genießen. Wobei die „chocolat chaude“ in der Schokoladenfabrik in Fribourg besser schmeckte…

... link (0 Kommentare)   ... comment