Freitag, 7. März 2008
Abschluss
Auch an meinem letzten Wochenende in Fribourg erlebte ich noch einiges. Ich aß echtes Käsefondue in Gruyère, welches mit ordentlich Weißwein versetzt worden war. Doch ich gewöhnte mich an den Geschmack und beendete das Mahl mit prallgefülltem Magen. Gut gestärkt begaben wir uns auf einen kleinen Verdauungsgang durch die uralten Gassen und um die Burg herum.
Mein persönliches Highlight folgte jedoch erst noch: Ausreiten. Der Hof lag in der Nähe von Gruyère, sodass wir zu Fuß dorthin gehen konnten. Aufgrund des einsetzenden Regens zogen wir aber bald das Auto vor.
Endlich angekommen bekamen wir dem Wetter angemessene Mäntel gereicht und bestiegen gleich unsere Pferde. Das Wetter war gnädig zu uns und beließ es bei grauem Himmel, als wir über Straßen und durch Wald ritten. Etwas ungewohnt war das Schaukeln erst, aber ich fand schnell den Rhythmus. Zwischendurch wurde das Tempo erhöht, doch auch hier gelang mir bald das gleichmäßige Leichttraben. Auch im Galopp hielt ich mich auf dem Pferd, auch wenn der Schwierigkeitsgrad hier anstieg. Es ist eben schon einige Zeit her, dass ich das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde suchte. Eigentlich schade, denn für mich bedeutet es wirklich Glück mit einem Pferd die Gegend zu durchstreifen. Leider verhindern Alltag und Umgebung, ein solches Vergnügen öfter genießen zu können.



Am nächsten Tag ging es gleich am Morgen ein kleines Stück (im Vergleich zum Ganzen) Richtung Heimat. 1 ½ Stunden Zugfahrt nach Basel um dort noch ein wenig durch die Stadt zu schlendern und die Behausungen Einheimischer besuchen. So trafen wir nach einer Bootsfahrt über den Rhein in der Wohnung – Achtung! – der Schwester meiner Gastmutter ein, sozusagen meine Gasttante. Klein aber fein beschreibt die Zimmer wohl ganz gut, hübscher Altbau mit knartschenden Dielen.
Nach zwei Tassen Tee brachen wir wieder auf und ich besuchte jemand gänzlich Unbekanntes.



Am Morgen hatten wir bereits telefoniert, ich musste ihr erklären, wer ich war, doch bald konnte sie mich zuordnen. Nach der Wegbeschreibung und der Nummer der Tram folgte die Personenbeschreibung: „Ich sehe aus wie deine Oma.“ Das meinte sie wirklich ernst, denn: „Sie“ war die Schwester meiner Oma, die ich vorher nur mal flüchtig bei Besuchen in Deutschland gesehen hatte. Doch als ich aus der Tram ausstieg, wusste ich sofort, wer sie war.
In ihrer Wohnung angekommen erfuhr ich eine herzliche Umarmung von ihrem Mann, der sichtlich erfreut war, mich zu sehen. Nur eine Stunde hatten wir Zeit um Tee zu trinken, - mal wieder – Kuchen zu essen und natürlich viel zu reden. Dieser, wenn auch kurze Besuch, hatte sich wirklich gelohnt, auch meinen Gastgebern hat es Freude bereitet.
Doch schon stand ich am Bahnhof, wuchtete meinen scheinbar tonnenschweren Koffer in den Zug und verabschiedete ich mich von meiner Großtante und der Schweiz.
Nach drei Wochen konnte ich wieder auf Deutsch etwas kaufen und mit Euro bezahlen. Der dadurch erworbene Kakao erwies sich jedoch aufgrund fehlenden Deckels als tückisch, da selbst ein ICE nicht nur auf den Schienen gleitet. So bekam auch meine Hand ein bisschen heiße Schokolade ab, doch als ich endlich wieder saß, hatte ich noch immer ein paar Schlücke zum Genießen. Wobei die „chocolat chaude“ in der Schokoladenfabrik in Fribourg besser schmeckte…

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Sonntag, 2. März 2008
Les Salons de Modeste
Die Ereignisse überschlagen sich förmlich, aber ich werde sie der Reihe nach erzählen.
Mein letzter Schultag in Fribourg endete feurig. In Chemie führten wir Experimente durch, die schön anzusehen waren, da die rosa Flammen in die Höhe schossen und munter flackerten. Dieses Schauspiel geriet auch mal ausser Kontrolle, wurde aber gebändigt, bevor es Schaden anrichten konnte. Die folgenden zwei Stunden Italienisch liess ich ausfallen, da sie am Nachmittag stattfanden und ich mich dort ohnehin überfordert fühlte. Also folgte nach einer Stunde Mathematik, einem Vortrag, zwei Stunden Sport und zwei Stunden Herumexperimentieren in Chemie der Abschied von dieser als Labyrinth gebauten Schule. Zumindest empfand ich es so, mir wollte es einfach nicht gelingen, den Weg zu den Fachräumen alleine zu finden.
Alleine und ganz ohne Probleme, wirklich der Nase nach, gelangte ich zur Schokoladenfabrik Villars in Fribourg, wo man wirklich dem Geruch folgen kann. Ein Traum: Ein kleines Café mit Regalen voller Schokolade und ein Tisch mit unzähligen braunen Osterhasen. Ich sass daneben und genoss den besten Kakao, den ich je getrunken hatte. Für alle, die jemals nach Fribourg kommen: Eine chocolat chaud ist Pflicht.



Am Abend nahm ich an einer genauso guten wie verrückten Idee zum Kennenlernen teil: Les Salons de Modeste. Das bedeutete, dass die Adressen einiger Leute in Fribourg, die sich dazu angemeldet hatten, in der Zeitung bekannt gegeben wurden. Es gab ungefähr zehn Salons, bzw. Wohnzimmer, die je einem Abschnitt im Alphabet zugeordnet waren. Nun sollte man sich überlegen, über welches Thema man gerne spräche und zu welchem Abschnitt es gehörte. Anne-Laure, Déborah und ich entschieden uns für „Lire“ und besuchten eine ältere Dame und ihre erwachsene Tochter. Es waren bereits andere Gäste da, vornehmlich Frauen, bei denen sich überraschenderweise im Laufe des Gespräches herausstellte, dass sie bereits verheiratet waren und Kinder hatten. Sie sahen noch so jung aus. Wir verbrachten also einige Zeit in diesem Wohnzimmer und fuhren schliesslich zu einem kleinen Schloss in der Nachbarstadt, wo eine grosse Party für alle Teilnehmer stattfand. Dort trafen wir auch einen der wenigen Männer aus dem vorherigen Salon und erfuhren, dass er der Hauseigentümer war. Und er besass ein wirklich schönes Haus, das man bis auf den wahrscheinlich denkmalgeschützten Teil besichtigen konnte. So erhaschten wir Blicke in die Küche, diverse Bade- und Schlafzimmer.
Mit diesen Eindrücken traten wir den Heimweg an, Anne-Laure und Déborah hatten bereits beschlossen, nächstes Jahr selber das Wohnzimmer der öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Donnerstag, 28. Februar 2008
Zoll ?!


Als EU-Bürgerin bin ich bisher noch nicht mit dem Zoll in Berührung gekommen. Aber irgendwann ist immer das erste Mal. Und meines war gestern.
Mein Koffer platzte schon fast auf der Hinfahrt, für die Rückfahrt bietet er eindeutig zu wenig Stauraum. Einzige Lösung: Schon einmal ein paar Klamotten vorschicken.
So kaufte ich also einen Karton und packte diesen schnell nach der Schule, von der ich erst um 17.15 Uhr! Zurückkehrte. Ich dachte mir: Jetzt schnell zur Post bringen, bisschen was bezahlen, zurückfahren, Abendbrot.
Aber es kam alles anders. Schon die Anfahrt dauerte lange, da ich natürlich genau im Feierabendverkehr gelandet war. Endlich angekommen, erklärte mir die Dame am Schalter auf Französisch und Deutsch die Zettel, die ich auszufüllen hatte. Dieses Gespräch zog sich aufgrund Verständnisschwierigkeiten hin, diese wurden jedoch durch eine Deutsch sprechende Kollegin gelöst. Es waren Fragen wie genauer Inhalt, Warenwert usw. Eben für den Zoll. Da sich unter dem einen Zettel noch vier weitere befanden, musste ich sehr doll aufdrücken, damit man die Angaben auch noch auf dem letzten Blatt lesen konnte. Doch endlich hatte ich auch dieses Hindernis überwunden, mein Paket wurde noch mit ein paar Stickern verschönert, die mich einige Franken kosteten.
Als ich dann wieder zu Hause ankam, war über eine Stunde vergangen und meine Familie war schon fast mit dem Essen fertig. Hungrig setzte ich mich an den Tisch und hoffe von nun an, dass das Paket heil und vor mir zu Hause ankommt.

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Mittwoch, 27. Februar 2008
Heidi wird erwachsen
Ja, sie lebt noch.
Früher habe ich auf Kika jeden Abend Heidi als Zeichentrickserie gesehen. Da hüpfte und sprang sie in den Bergen umher, umgeben von Ziegen, Peter und dem Almöhi. Doch heute ist alles anders. Inzwischen hat sie eine Homepage (http://www.myheidi.tv/ ), einen eigenen Blog (http://myheidi.skyrock.com/ ) und eine Seite auf MySpace (http://www.myspace.com/heidilaserie ).
Nach 120 Jahren seit der Veröffentlichung als Romanfigur ist sie 15 Jahre alt, wohnt aber immer noch bei ihrem Grossvater. Der jedoch sieht deutlich jünger aus, als ich ihn bisher kannte.


Heidi befindet sich ganz links, der ältere Herr in der Mitte ist ihr junger Grossvater

Jetzt geht Heidi sogar zur Schule, hat Freunde und ist verliebt. Aber nein, nicht in Peter. Peter ist nur ihr Sandkastenfreund, der immer auf sie aufpasst. Heidis Freund heisst Mathieu. Mit ihm erlebt sie Höhen und Tiefen in der Liebe, da es jedoch weiterhin eine Serie für Jüngere ist, benehmen sich die beiden etwas zurückhaltender als etwa bei deutschen Jugendserien.
Das Hauptaugenmerk liegt aber im Wechsel zwischen den Bergen und der Stadt bzw. zwischen der früheren Freiheit auf der Alm und dem Einfügen in die Gesellschaft der Stadt. So lernt Heidi die Gewohnheiten Gleichaltriger kennen und sich unterzuordnen, gesellschaftliche Gepflogenheiten anzunehmen und sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Insgesamt ist auf der Suche nach sich selbst und kommt diesem Ziel von Folge zu Folge näher.
Ich habe bisher nur eine Folge von „My Heidi“ erleben dürfen, vielleicht wird es ja noch mehr.
Übrigens wurden die Szenen in den Bergen in Frankreich (Haute-Savoie), die in der Stadt unter anderem in Fribourg gedreht. Hier muss im Sommer sehr schön sein.

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Montag, 25. Februar 2008
Palmen im Winter


Und wieder begleitete uns strahlender Sonnenschein zum zweiten Familiensonntagsausflug. Diesmal ging es nach Montreux am Genfer See, international bekannter Touristenort für den dickeren Geldbeutel.
Wir starteten mit dem Schiff, das uns geschwind über den ruhigen See zum Schloss Chillon brachte. Die befürchtete Seekrankheit bei meinen Mitreisenden blieb weitesgehend aus, sodass wir nach Ankunft auf festem Boden zuerst picknickten. Nach dieser Stärkung schlugen wir den Weg entlang des Seeufers ein, der zurück nach Montreux führte.
So spazierten wir zwischen Touristen, die für einen Tag hier waren, und Millionären, die in den hiesigen Hotelpalästen residierten. Letztere führten oft ihre meist meerscheinchengrossen Schosshündchen auf dem Arm aus, die Glücklicheren durften selber laufen. Hin und Wieder versuchten Jogger, sich zwischen den Menschen durchzuschlängeln, was dort noch hoffnungsloser war als am gleichen Wochentag an der Alster.
Schliesslich erreichten wir Montreux mit seiner blühenden Uferpromenade, wohlgemerkt im Februar. Mit duftenden Blumen wurde eine geradezu sommerliche Atmosphäre geschaffen, sodass Jacken abgelegt wurden und man das erste (Speise-)Eis des Jahres genoss.

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Sonntag, 24. Februar 2008
Wohnzimmerkonzert
Und wieder ein Geburtstag. Diesmal war es das Patenkind meiner Gasteltern, das 14 Jahre alt wurde.
Das Essen fand diesmal am Abend und im Hause des Geburtstagskindes statt. Es gab Fondue, allerdings nicht das aus Fribourg stammende Käsefondue. Trotzdem schmeckte es sehr gut, das Dessert danach war jedoch noch besser.
Denn es gab einen riesigen Schokoladenkuchen. Scheinbar ist es hier nicht üblich, selber Kuchen zu backen, sondern diesen in einer Konditorei zu kaufen. An Gwenneals Geburtstag stammte der Kuchen nämlich auch aus professionellen Händen. Ich liess mir langsam den locker-luftigen Teich, auf dem eine kühle Schokoladencreme Platz gefunden hatte, die mit Kakaopuder bestäubt war, auf der Zunge zergehen.
Anschliessend dröhnte die Gitarre: Der 16-jährige Bruder der Gastgeberin besass eine E-Gitarre und gab sogleich sein Können zum Besten. Er durfte nur so leise wie möglich spielen, allerdings ist dieses Gerät für Lautstärke konstruiert worden, sodass man die Melodie immer noch gut verfolgen konnte.
Dann wollte Pierre etwas ruhigere Töne anschlagen, bisher hatte er wohl nur auf Akustikgitarren gespielt. Aber die Gitarre besass eine grosse Wandlungsfähigkeit und konnte auch Volkslieder in Akustik spielen. Und sie wusste auch ein Kind, ein startendes Auto, eine Sirene und vieles mehr nachzuahmen. Sehr zur Unterhaltung der Zuhörenden.

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Traum: erfüllt
Endlich gehört er mir. Endlich kann ich mit meinem Traumauto die ganze Welt entdecken. Ich habe mir einen grossen Wunsch erfüllt und den VW-Bus gekauft. Er lächelte mich an, es führte kein Weg dran vorbei.
In Bern trafen sich unsere Blicke das erste Mal. Und es war klar, dass es nur eine Möglichkeit geben würde: Mein Leben mit ihm zu teilen.

Von nun an schlenderten wir gemeinsam durch die Schweizerische Hauptstadt. Wir besuchten das Wahrzeichen Berns, den Bärengraben. Ehrlich gesagt, war das für mich kein schöner Anblick. Artgerechte Haltung wurde in dem Loch, umsäumt von Touristen, mitten in der Stadt wohl nicht gerade praktiziert. Aber nebenan waren bereits Bauarbeiten zu Gange, die ein grösseres Gehege für die zwei Braunbären, Namensgeber der Stadt, versprachen.



Doch dann wandten wir uns wieder dem geschäftigen Treiben zwischen zahlreichen Läden, Geschäften und Cafés zu. Déborah, der Bus und ich sassen vor dem Bundeshaus in der Sonne und füllten unsere Mägen, bevor wir weiterzogen, noch ein bisschen Geld ausgaben und schliesslich nach Hause fuhren. Dort liess ich dann ruhig den Abend ausklingen und freute mich auf das erste Mal seit zwei Wochen ausschlafen.

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Donnerstag, 21. Februar 2008
Bergfest
Und die zweite Woche Schule ist geschafft. Wir haben nämlich morgen frei, was die Schüler sehr freut, die Lehrer jedoch weniger, die müssen nämlich morgen Organisatorisches klären. Dafür werden wir ausser am Dienstag jeden Tag bis halb vier oder sogar fünf Uhr in der Schule gehalten.
Da bin ich froh, dass ich nicht wirklich mitarbeiten muss, denn so spät kann man sich einfach nicht mehr konzentrieren. Aber die hohe Stundenzahl ist nicht der einzige Unterschied zwischen dem GymGan und dem Kollegium Gambach. Ganz anders ist hier die Klassengrösse von ungefähr 15 Schülern! Die Klassenräume sind aber trotzdem nicht viel kleiner als ich es gewohnt bin. Und die Fachräume sind geräumig und wesentlich besser ausgestattet als in Ganderkesee. Da gibt es im Physikraum Geräte mit Lichtschranken zum Messen der Zeit. Im Erdkunderaum findet man lauter Karten und in jedem Raum einen Overheadprojektor.
Ausserdem habe ich das Gefühl, dass die Schüler hier ehrgeiziger sind. Ich nehme am Italienischkurs teil, dessen Schüler wie ich seit einem halben Jahr diese Sprache lernen. Die Unterschiede sind enorm: Die Lehrerin, Muttersprachlerin, spricht ausschliesslich Italienisch, die Schüler aber auch. Ich schaffe es gerade mal zu verstehen und ein paar grammatische übungen zu lösen. Zu meiner Verteidigung kann ich aber sagen, dass ich meine Italienischsachen nicht hier habe und auch länger keinen Unterricht mehr hatte. Zudem ist mein Kopf wahrscheinlich einfach voll, da er bereits drei Sprachen ordnen muss…


Hauptgebäude meiner Schule

Was dafür heute sehr einfach war: Ich habe im Deutschunterricht (als Fremdsprache) teilgenommen. Der wird natürlich nur auf Deutsch geführt. Ich wurde dies und das gefragt und gab mir Mühe, langsam und einfach zu antworten. Deutsch fällt den Schülern, bei denen ich das beurteilen kann, schwerer als Italienisch, wobei letzteres aber auch viele Parallelen zum Französischen aufweist. Auch Englisch scheint nicht so leicht für sie zu sein. Das hängt wohl zum einen an der Aussprache, dieser französische Dialekt lässt sich schwer unterdrücken. Doch auch bei Texten und Grammatik bemerkt man Schwierigkeiten. Deshalb habe ich Englisch zu meinem Lieblingsfach erkoren, dort verstehe ich alles und kann auch die Fragen beantworten. Im Vokabeltest, von dem ich gar nichts wusste, hatte ich eine 4,4, das bedeutet zwischen der deutschen 2 und 3. =) Auch der Vokabeltest war einsprachig: Synonome und Antonyme finden, die Nomen von Verben finden usw.
Im normalen Unterricht ist es für mich nicht ganz so leicht zu folgen. Mathe, war ja auch nicht anders zu erwarten, verstehe ich überhaupt nicht. Die Lehrerin redet sehr schnell und erklärt meiner Ansicht nach nichts. Sie schreibt die ganze Zeit Ergebnisse auf, dann rechnen die Schüler wieder usw. Zwischendurch hatte ich mal das Gefühl, dass ich wüsste, worum es ging. Doch irgendwie haben die hier eine andere Schreibweise, dann kam wieder log(x) vor, was mich sehr abschreckte. Da löste ich dann lieber Sudoku, hat ja auch was mit Zahlen zu tun.
Physik verstehe ich dagegen ganz gut. Im Moment geht es um Zeit, Weg und Geschwindigkeit, was ich schon in Deutschland gelernt habe. Ausserdem sind es bisher nur simple Rechnungen, die versteht man auch auf Französisch.
Was hier aber besonders praktisch ist: Die Schule ist in der Stadt, was nicht schwer ist, da die Stadt nur sehr klein ist. Auf jeden Fall kann man mal eben in der Mittagspause oder nach der Schule shoppen gehen. Zu Fuss kommt man in fünf Minuten zu den grossen Einkaufszentren. Wirklich sehr angenehm, aber auch gefährlich für das Portemonnaie…

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Vita-Parcours
Durch die ganze Stadt bin ich mit dem Bus gefahren, das letzte Stück musste ich gehen. Aber jetzt bin ich angekommen.
Das Wetter ist genau richtig: Bei bestem Sonnenschein beginne ich zu laufen, sanft federn meine Füsse auf dem Waldboden, der zum Glück nicht matschig ist. Schon bald bin ich an der ersten Station angekommen. Mitten im Wald befindet sie sich, in der Stille abseits der Stadt. Ich verfolge die Bilder auf der Tafel und versuche sie umzusetzen. Kurz danach geht es weiter, wieder eine übung. Dies wiederholt sich einige Male, schliesslich erreiche ich hölzerne Liegen, erledige die Aufgabe und bleibe anschliessend einfach liegen. Ruhe, Natur. Man wagt gar nicht, sich mit Musik aus dem Mp3-Player beschallen zu lassen.
Schade, dass das Fitnesstraining zu Hause immer drinnen stattfindet.
Ich laufe noch bis zum Ende des Parcours, dehne mich und beende somit das „Training“. Zu Hause sollte es auch so einen „Vita-Parcours“ bzw. Trimm-Dich-Pfad geben. Das motiviert gleich viel mehr, sich zu bewegen.
Leider ist das Wetter heute nicht mehr so gut, bei Regen ist Indoor-Fitness dann doch angebrachter…

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Dienstag, 19. Februar 2008
Jungfrau, Mönch und Eiger: Postkartenpanorama vis-à-vis
Früh aufstehen hiess es gestern, obwohl es Sonntag war. Doch ich freute mich drauf, denn es ging in die Berge. Und zwar in hohe Berge, das Ziel hiess Jungfraujoch auf 3454 m über dem Meer. Und dieses stellt noch nicht einmal den Gipfel dar, insgesamt ist die Jungfrau 4158m hoch. Wirklich ungewohnte Höhen für Fischköppe.
Zunächst mussten wir jedoch mit dem Zug fahren, und zwar fast vier Stunden. Doch nachdem man Bern auf dem Weg nach Interlaken verlassen hatte, war es keineswegs eine Qual, die Landschaft hinter dem Fenster vorbeiziehen zu sehen. Spätestens ab Thun, wo der Thunersee beginnt, bereute man es nicht mehr, sich morgens aus dem Bett gequält zu haben. Die ersten schneebedeckten Berge tauchten auf der einen Seite auf, während auf der anderen der See in der Sonne glitzerte.



In Interlaken stiegen wir dann in ein kleines Bähnlein ein, das uns im gemächlichen Tempo nach Lauterbrunnen brachte, wo wir uns in ein wiederum noch kleineres Bähnlein begaben. Dies fuhr dann mit geschätzten 20 km/h Richtung Jungfraujoch.
Aufgrund der Steigung bewegte es sich mithilfe eines Zahnrades fort, wodurch der Geräuschpegel deutlich anstieg. Besonders ohrenbetäubend war es in einer Art Extra-Abteil, das Platz für sechs Personen anbot. Hier gab es keine Heizung und offensichtlich auch keine Schalldämmung.



Als sich der Hauptwaggon nach zwei Stationen ein wenig geleert hatte, setzten wir uns dort hinein. Und je höher wir fuhren, desto unglaublicher wurde die Landschaft. Sehnsüchtig blickte man den Skifahrern hinterher, beeindruckt verfolgte man die Hochgebirgszüge.
Auf dem letzten Stück wurde es dann sehr dunkel. Vor beinahe einhundert Jahren hatte man hier einen Schacht für die Eisenbahn gebaut. So kam es, dass einem zwei Stopps von jeweils fünf Minuten angeboten wurden, in denen man aussteigen und Fotos machen konnte. Und zwar beim ersten Halt direkt aus der Eigerwand, in die Fenster eingelassen worden sind. Von dort aus hatte man einen wunderbaren Ausblick auf Grindelwald und die Alpen.






Es folgte der Ausstieg zugunsten des Eismeeres, welches diesen Namen verdient. Dann kamen wir endlich am „Top of Europe“ an, wie überall zu lesen war: Der am stärksten vergletscherte Teil der Alpen, die zwei höchstgelegenen Bahnhöfe, die höchste Poststelle und, und, und Europas.
Was folgte, war unbeschreiblich. Postkartenpanorama zum Anfassen. Naja, zumindest bestand es nicht aus Papier. Von der Aussichtsterrasse aus konnte man scheinbar unendlich weit gucken, laut Wikipedia bis in den Schwarzwald bzw. nach Frankreich. Unglaubliche Massen an Schnee und Eis erstreckten sich vor unseren Augen. Unbeschreiblich, diese Landschaft.






In Berührung mit der Jungfrau und dem sich anschliessenden Aletschgletscher kam ich nur eingeschränkt, da wegen der warmen Sonne die Wanderwege gesperrt waren. So wandelten wir kurz auf den zwei Plateaus direkt an der Station. Dies war jedoch nicht so schlimm, da ich von der Schönheit dieser ungewohnten Landschaft erschlagen war. Nach einer Tasse Kakao und einer rasanten Fahrt mit dem Fahrstuhl zum hundert Meter tiefer gelegenen Bahnhof ging es auch schon wieder zurück.
Und der Thunersee sah auch in der untergehenden Sonne umwerfend aus, genauso wie die ihn umrahmenden Berge.
Dieser „Sonntagsausflug“ hat sich wirklich gelohnt und ich kann ihn nur jedem empfehlen.

Anne-Laure, José, ich und Pierre auf dem Jungfraujoch

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